E-Learning Strategie –

darauf kommt's an

02. Jan. 2025 | 6 Minuten Lesezeit

Mitarbeiterfoto Julia Kammermeier

Julia Kammermeier
Customer Success

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  • Wie Sie eine make or buy Entscheidung bei der Content-Produktion treffen
  • Worauf es bei einem guten didaktischen Lern-Konzept ankommt
  • Welche Rolle Lernkultur und Akzeptanz für eine nachhaltige E-Learning Strategie spielen

Entwicklung einer digitalen E-Learning Strategie: Lernen neu gedacht

Die hybride Arbeitswelt und neue Technologien wie KI verändern die Art, wie wir lernen, fundamental. Moderne Unternehmen setzen daher auf durchdachte Blended Learning Konzepte, die flexibles und personalisiertes Lernen ermöglichen. Dabei ist die Digitalisierung von Lerninhalten keine reine HR- oder IT-Initiative, sondern eine strategische Transformation, die gut geplant sein will. Nur dann werden die Bemühungen nachhaltig von Erfolg gekrönt sein.

Der Einstieg kann zwar pragmatisch erfolgen, sollte aber immer auf einem klaren Konzept basieren. In diesem Artikel stellen wir die fünf wesentlichen Bausteine einer erfolgreichen E-Learning Strategie vor und zeigen, wie Sie diese zeitgemäß umsetzen können.

Die 5 Bausteine einer E-Learning Strategie

Content-Strategie: make or buy?

Eine zentrale Frage zu Beginn Ihres E-Learning Projektes lautet: Woher kommt der Content? Die Antwort darauf ist heute vielfältiger denn je, denn neben der Entscheidung zwischen Eigenproduktion und externer Produktion durch einen Dienstleister, eröffnet Künstliche Intelligenz zusätzlich neue Möglichkeiten. Bei der Entwicklung einer Content-Strategie gilt es, alle Optionen clever zu nutzen und je nach Lernvorhaben, internen Ressourcen und Know-how die optimale Kombination zu finden.

Bei der make or buy Entscheidung gibt es mittlerweile vier Optionen, die sich flexibel kombinieren lassen:

  • Lerninhalte in-house produzieren (mit oder ohne KI-Unterstützung)
  • KI-gestützte Content Entwicklung auf Knopfdruck
  • Standard-Content extern einkaufen
  • Individuellen Content extern produzieren lassen Generell empfehlen wir eine diversifizierte Content-Strategie, d.h. je nach Bedarf die Optionen sinnvoll zu nutzen.

Also gilt es im ersten Schritt zu definieren, wann man sich für welchen der vier Wege entscheidet. Dabei spielen verschiedene Fragen eine Rolle, wie zum Beispiel: Passt Standard-Content zum Anspruch und zur Kultur des Unternehmens? Sind ausreichend Ressourcen, Kompetenzen und Kapazitäten vorhanden, um den Content selbst zu erstellen? Steht das Projekt unter Zeitdruck? Gibt es geeigneten Content auf dem Markt? Wo macht der Einsatz von KI-gestützter Content-Produktion Sinn? Welche KI-Tools können den Prozess unterstützen? Unser make-or-buy Entscheidungsbaum greift diese und weitere wichtige Fragen auf und hilft Ihnen dabei, eine make or buy Entscheidung zu treffen. Hier können Sie sich den Entscheidungsbaum als PDF herunterladen:

Entscheidungsbaum öffnen

Bei der in-house Produktion setzen moderne Unternehmen verstärkt auf KI-gestützte Autorentools, die auch Fachabteilungen die eigenständige Content-Erstellung ermöglichen (User-generated Content).

Diese Tools unterstützen bei:

  • der Strukturierung von Lerninhalten
  • der Formulierung von Lernzielen
  • der Erstellung von Übungen und Quizzes
  • der Generierung von Beispielen und Szenarien
  • der Anpassung von Content für verschiedene Formate

Dennoch bleibt der Mensch der entscheidende Faktor: KI ist ein leistungsstarker Assistent, ersetzt aber nicht vollumfänglich die didaktische Expertise und das Fachwissen der Content-Erstellenden. Für eine erfolgreiche in-house Produktion braucht es weiterhin ein qualifiziertes Projektteam und klar definierte Prozesse - nur eben unterstützt durch intelligente Tools, die die Arbeit effizienter machen.

Didaktische Lern-Konzepte: Personalisiert und adaptiv zum Lernerfolg

Der zweite wichtige Baustein bei der Entwicklung der E-Learning Strategie ist das didaktische Konzept. Denn damit digitales Lernen wirkt und die Inhalte bei den Lernenden nachhaltig verankert werden, ist eine didaktisch sinnvolle Lernformat-Auswahl essenziell. Dabei ist es im ersten Schritt hilfreich, die verschiedenen Lernformate einander gegenüberzustellen und für den eigenen Anwendungsfall zu bewerten. Wir haben dafür Lernformat-Steckbriefe entwickelt, in denen wir die Vorteile, Nachteile und Einsatzzwecke der einzelnen klassischen Formate – wie z.B. interaktive Erklärfilme, WBTs, Webinare oder Podcasts – vorstellen. Sie möchten selbst mit den Steckbriefen arbeiten?

Hier können Sie die 16 Steckbriefe anfordern.

Moderne Technologien gehen noch weiter und ermöglichen heute adaptive Lernpfade und personalisierte Lernerlebnisse. Entscheidend ist aber von Beginn an ein didaktisches Design, das diese Möglichkeiten gezielt nutzt und gleichzeitig bewährte Lernprinzipien berücksichtigt.

Bei der Auswahl geeigneter Lernformate hilft auch das sogenannte Modell des Wissenserwerbs.

Dieses Modell beginnt mit der Phase der Akzeptanzschaffung über die Akquisition von Wissen, die Anwendung und Reflexion bis hin zum Wissenstransfer. Im nächsten Schritt werden diese Phasen um unterschiedliche Themenbereiche ergänzt, sodass sich aus dem Modell des Wissenserwerbs und den Themenbereichen eine Matrix ergibt. Diese Themen-Modul-Matrix dient als Grundschema, um didaktisch sinnvolle Lernformate auszuwählen.

Dies dient als grober Überblick über didaktische Konzepte. In unserem Blogartikel E-Learning Didaktik“ gehen wir näher darauf ein, wie Sie Lerninhalte in didaktisch sinnvolle Trainings verwandeln – von der Definition von Lernzielen über die Erstellung des Drehbuchs bis hin zum fertigen Training.

E-Learning Distribution: Moderne Lernplattformen für zeitgemäße Lernerlebnisse

Die beste Content-Strategie nützt wenig, wenn die Lerninhalte nicht optimal ihre Zielgruppen erreichen. Auch wenn moderne Lernplattformen - wie Learning Experience Platforms (LXP), Skills Management Systeme und KI-gestützte Lernumgebungen - weit über die Funktionen klassischer Learning Management Systeme (LMS) hinausgehen, sind letzter immer noch eine solide Basis zur zielgerichteten Distribution von Lerninhalten.

Wer sich auf die Suche nach einem LMS begibt wird schnell ernüchternd feststellen: Die Auswahl auf dem Markt ist gigantisch. Also wie findet man das passende System? Auch hier sollte man strategisch herangehen und sich vorab einige grundlegende Fragen stellen: Wie werden die Lerninhalte strukturiert? Welche Reportings werden benötigt? Soll das LMS on premise (Betrieb auf eigenen Servern) oder via Cloud genutzt werden? Welches Lizenzmodell ist sinnvoll? Dies sind nur ein paar Fragen, die bei der Auswahl eines geeigneten LMS berücksichtigt werden sollten. Im Artikel „Tipps für die Auswahl des passenden Learning Management Systems“ erfahren Sie mehr zu diesem Thema.

Akzeptanz-Management: Lernen fängt mit Motivation an

Und last but not least gilt es, den Zielgruppen E-Learning schmackhaft zu machen. Nur mit einem guten Akzeptanz-Management gelingt es, die Lernenden zu begeistern und letztendlich die Ziele des Bildungsprojekts zu erreichen. Beim Akzeptanz-Management kommt es auf drei wesentliche Punkte an: Die Organisation, die Kommunikation und die Lerninhalte an sich.

Ein Dreiecksdiagramm, das das E-Learning Akzeptanz-Dreieck darstellt und das die Begriffe „Inhalt“, „Organisation“ und „Kommunikation“ miteinander verbindet und deren Zusammenhänge durch Symbole veranschaulicht.

Auf die Lerninhalte und deren didaktisch sinnvolle Aufbereitung sowie die Organisation sind wir bereits eingegangen. Den dritten Aspekt, die Kommunikation der geplanten Maßnahmen, sollte man jedoch nicht vernachlässigen. Um Akzeptanz für digitales Lernen zu schaffen, ist es wichtig, dies entsprechend zu vermarkten – also für die Lerninhalte die Werbetrommel zu rühren, insbesondere deren Nutzen zu erläutern und den Lernenden einen Feedbackkanal anzubieten.

Moderne Technologien unterstützen uns dabei: Personalisierte Benachrichtigungen erinnern gezielt an relevante Lerninhalte, KI-gestützte Empfehlungen zeigen passende nächste Lernschritte auf und durch Micro-Credentials werden Lernerfolge direkt sichtbar. So wird aus dem „Lernen müssen" ein „Lernen wollen" – weil der persönliche Mehrwert erkennbar ist und das Lernen sich natürlich in den Arbeitsalltag einfügt. Weitere hilfreiche Tipps, wie Ihnen das gelingt, lesen Sie in unserem Artikel

Erfolgsfaktor Lernkultur

All diese Aspekte bilden den Nährboden für digitales Lernen. Richtig fruchten kann digitales Lernen aber nur dann, wenn es im Unternehmen auf eine passende Lernkultur trifft. Das heißt, dass E-Learning in der Unternehmensstrategie fest verankert sein muss. Führungskräfte, Betriebsräte, Regional- und Bereichsverantwortliche sollten frühzeitig miteinbezogen werden, um ihr Commitment einzuholen und als Vorbilder für lebenslanges Lernen zu agieren.

Außerdem sollte den Mitarbeitenden ausreichend Lernzeit innerhalb ihrer Arbeitszeit zur Verfügung stehen – sei es durch festgelegte Lernzeiten oder flexibel integriert in den Arbeitsalltag. Dies trägt besonders zur Akzeptanz bei und wird in der hybriden Arbeitswelt immer wichtiger. Mitarbeitende sollten aktiv einbezogen werden und niedrigschwellige Möglichkeiten haben, ihr Wissen mit anderen im Unternehmen zu teilen – etwa durch interne Learning Communities oder als Content-Ersteller für Lerneinheiten.

Und schließlich sollte Weiterbildung auch im Zielsystem des Unternehmens verankert sein, zum Beispiel in Form von Team- und Individualzielen. Denn, die systematische Entwicklung von Zukunftskompetenzen gewinnt zunehmend an Bedeutung, um Mitarbeitende fit für den digitalen Wandel zu machen.

Case Study: Der Einstieg von Emmi ins E-Learning

Diese fünf Bausteine bilden das Grundgerüst für eine nachhaltige E-Learning Strategie. Wie die Entwicklung einer E-Learning Strategie in der Praxis aussehen kann, lesen Sie in unserer Case Study mit Emmi. Ziel von Emmi war es, Lerninhalte künftig in-house produzieren zu können – dafür griff der Lebensmittelkonzern auf die Strategieberatung von youknow zurück. In der Case Study erfahren Sie, wie wir an das Projekt herangegangen sind und wie Emmi nun mit klar definierten Prozessen Content effizient eigenständig produziert.

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Zwei Bewertungsbögen
Kreisbild von Julia Kammermeier

Julia Kammermeier

Über die Autorin

  • Learning Consultant
  • Beratung, Workshops und Customer Success Management zu den Themen „Digitales Lernen“, „Lernen der Zukunft“ und unserem Autorentool knowtion
  • Seit 2021 bei youknow

Mehr über Julia

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