KI-Kompetenz –
Von der Nische zum wichtigsten Lernthema
19. Mai 2025 | 4 Minuten Lesezeit
Von der Nische zum wichtigsten Lernthema
19. Mai 2025 | 4 Minuten Lesezeit

Friedl Wynants
Gründer & Geschäftsführer
KI verändert die Arbeitswelt nachhaltig. Immer mehr Mitarbeitende nutzen KI im Berufsalltag – und damit steigt auch die Bedeutung von KI-Kompetenz. Dass Unternehmen dieses Thema zunehmend als strategische Aufgabe sehen, bestätigt auch der mmb Learning Delphi Trendmonitor 2024/2025. KI-Kompetenz zählt dort zu den wichtigsten Lernthemen im Corporate Learning. Ein Paradigmenwechsel, der nach Jahren der Dominanz „klassischer“ IT-Kompetenzen eine neue Ära einläutet. Während IT-Anwendungen nur noch auf Platz 4 rangieren, hat KI mit einem Durchschnittswert von 1,7 die Führung übernommen und sogar die Future Skills (wie Medienkompetenz und kreatives Problemlösen) auf den zweiten Platz verwiesen.
Mich überrascht dieses Ergebnis ehrlich gesagt nicht. Im Gegenteil: In Gesprächen mit Unternehmen erleben wir fast täglich, dass viele Organisationen gerade vor derselben Frage stehen: Wie schaffen wir es, unsere Mitarbeitenden fit für den sicheren und sinnvollen Einsatz von KI zu machen?
Spätestens mit dem EU AI Act bekommt diese Frage zusätzliches Gewicht. KI-Kompetenz ist damit nicht mehr nur ein Zukunftsthema, sondern entwickelt sich zunehmend zu einer konkreten Aufgabe für Unternehmen.
KI-Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, Künstliche Intelligenz sicher, kritisch und verantwortungsvoll im Arbeitsalltag einzusetzen. Dazu gehören technisches Grundverständnis, die richtige Anwendung von KI-Tools sowie die Einordnung ihrer Chancen, Risiken und Grenzen.
Noch vor wenigen Jahren war der Einsatz von KI in Unternehmen eher die Ausnahme. Heute gehört sie für viele Mitarbeitende bereits zum Arbeitsalltag – sei es bei der Recherche, beim Schreiben von Texten oder bei der Analyse von Informationen. Gleichzeitig entwickeln sich KI-Systeme rasant weiter und werden zunehmend fester Bestandteil von Geschäftsprozessen.

Mit dieser Entwicklung steigen auch die Anforderungen an Unternehmen. Es reicht nicht aus, KI-Tools bereitzustellen. Mitarbeitende müssen deren Möglichkeiten und Grenzen kennen, Ergebnisse kritisch hinterfragen und KI verantwortungsvoll einsetzen können. Genau deshalb entwickelt sich KI-Kompetenz zu einer Schlüsselkompetenz – vergleichbar mit der digitalen Kompetenz vor einigen Jahren. Sie entscheidet zunehmend darüber, wie sicher, effizient und gewinnbringend Unternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen können.
Dass KI-Kompetenz heute weit mehr ist als ein freiwilliges Zukunftsthema, zeigt auch der EU AI Act. Mit der europäischen KI-Verordnung rückt das Thema erstmals in einen regulatorischen Kontext.
Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass die Personen, die mit KI arbeiten, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Wie Unternehmen diese Kompetenz vermitteln, schreibt das Gesetz bewusst nicht vor. Klar ist jedoch: Organisationen sollten sich frühzeitig mit dem Kompetenzaufbau beschäftigen.
Der AI Act sollte dabei nicht als reine Compliance-Anforderung verstanden werden. Unternehmen, deren Mitarbeitende KI sicher und kompetent einsetzen können, profitieren nicht nur von einem geringeren Risiko, sondern auch von besseren Ergebnissen und einer höheren Akzeptanz im Arbeitsalltag.
Bei klassischen Pflichtschulungen wie Compliance, Brandschutz oder Datenschutz geht es in der Regel darum, Risiken zu minimieren. Beim Aufbau von KI-Kompetenz geht es dagegen vor allem darum, Chancen zu nutzen. KI wird ein so unumgänglicher und integraler Bestandteil unserer Arbeit werden, dass Learning & Development hier einen völlig anderen Ansatz verfolgen muss.
Ich sehe daher den EU AI Act und seinen Artikel 4 zur KI-Kompetenz als willkommenen Anlass, sich ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen: Wie können wir die nötige KI-Kompetenz bei den Menschen aufbauen? Nicht als bürokratische Pflichtübung, sondern als strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit von Organisationen und ihren Mitarbeitenden.
Die Ergebnisse des mmb Learning Delphi Trendmonitors bestätigen damit einen Trend, den ich schon länger beobachte: KI-Kompetenz ist nicht einfach ein neues Thema unter vielen, sondern ein fundamentaler Baustein für die berufliche Bildung der Zukunft. Und so viel Eigenwerbung sei an dieser Stelle erlaubt: Wenn Sie den Aufbau von KI-Kompetenz in Ihrer Organisation strukturiert angehen möchten, finden Sie hier unsere Lösungen für Unternehmen.
Für Unternehmen stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob sie KI-Kompetenz aufbauen sollten, sondern wie.
Der erste Schritt ist eine gemeinsame Wissensbasis. Mitarbeitende sollten verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, welche Chancen sie bieten und wo ihre Grenzen liegen. Genauso wichtig ist es, den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu vermitteln – von Datenschutz und Urheberrecht bis hin zum kritischen Umgang mit KI-generierten Ergebnissen.
Mindestens genauso entscheidend ist jedoch die Anwendung in der Praxis. Erst wenn Mitarbeitende KI regelmäßig im Arbeitsalltag einsetzen und Erfahrungen sammeln, entwickelt sich aus Wissen echte Kompetenz.
Deshalb sollte KI-Kompetenz nicht als einmaliges Schulungsprojekt verstanden werden, sondern als kontinuierlicher Lernprozess, der sich mit der technologischen Entwicklung weiterentwickelt.
KI-Kompetenz entwickelt sich zu einer Schlüsselkompetenz für nahezu alle Organisationen. Der EU AI Act unterstreicht diese Entwicklung zusätzlich, der eigentliche Antrieb sollte jedoch nicht die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen sein.
Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden frühzeitig für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit KI qualifizieren, schaffen die Grundlage dafür, die Potenziale Künstlicher Intelligenz langfristig erfolgreich zu nutzen.
Ein KI-Grundlagen-Kurs bildet dafür häufig den Einstieg. Er vermittelt das notwendige Basiswissen, auf dem Unternehmen den weiteren Aufbau von KI-Kompetenz systematisch aufbauen können.
Den Trendmonitor 2024/2025 können Sie sich übrigens hier runterladen.**
KI-Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, Künstliche Intelligenz sicher, kritisch und verantwortungsvoll im Arbeitsalltag einzusetzen. Dazu gehören ein technisches Grundverständnis, die richtige Anwendung von KI-Tools sowie die Fähigkeit, Chancen, Risiken und Grenzen von KI realistisch einzuordnen. KI-Kompetenz umfasst also weit mehr als reines Bedienwissen – sie verbindet Technikverständnis mit kritischem Urteilsvermögen.
KI wird zunehmend fester Bestandteil von Arbeitsprozessen – von der Recherche über die Texterstellung bis zur Analyse von Informationen. Damit reicht es nicht mehr aus, KI-Tools nur bereitzustellen: Mitarbeitende müssen deren Möglichkeiten und Grenzen kennen und Ergebnisse kritisch hinterfragen können. Unternehmen, die KI-Kompetenz gezielt aufbauen, setzen Künstliche Intelligenz sicherer, effizienter und gewinnbringender ein.
Der EU AI Act rückt KI-Kompetenz erstmals in einen regulatorischen Kontext. Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu sicherzustellen, dass die Personen, die mit KI arbeiten, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Wie dieser Kompetenzaufbau konkret erfolgt, schreibt das Gesetz bewusst nicht vor – Unternehmen haben also Gestaltungsspielraum, sollten sich aber frühzeitig damit beschäftigen.
Die Regelung zur KI-Kompetenz in Artikel 4 des EU AI Act ist seit dem 2. Februar 2025 anwendbar. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen sollten den Aufbau von KI-Kompetenz daher nicht aufschieben, sondern als laufende Aufgabe verstehen. Da sich KI-Systeme kontinuierlich weiterentwickeln, handelt es sich dabei nicht um eine einmalige Maßnahme, sondern um einen fortlaufenden Prozess.
Grundsätzlich profitieren alle Mitarbeitenden von KI-Kompetenz, die im Arbeitsalltag mit KI-Systemen in Berührung kommen – und das sind in immer mehr Organisationen nahezu alle. Der EU AI Act adressiert dabei ausdrücklich Personen, die im Auftrag von Anbietern oder Betreibern mit KI arbeiten. Sinnvoll ist es, das Kompetenzniveau an die jeweilige Rolle anzupassen: von grundlegendem Anwenderwissen bis hin zu vertieftem Know-how für Personen mit besonderer Verantwortung.
Der erste Schritt ist eine gemeinsame Wissensbasis: Mitarbeitende sollten verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, welche Chancen sie bieten und wo ihre Grenzen liegen – ebenso wie den verantwortungsvollen Umgang, etwa in Bezug auf Datenschutz und Urheberrecht. Mindestens genauso wichtig ist die Anwendung in der Praxis, denn erst durch regelmäßige Nutzung wird aus Wissen echte Kompetenz. KI-Kompetenz sollte deshalb nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlicher Lernprozess verstanden werden.
Wenn Sie diesen Prozess strukturiert angehen möchten: Unsere KI-Kompetenz-Kurse für Unternehmen unterstützen Sie beim Aufbau einer gemeinsamen Wissensbasis und beim praktischen Einsatz von KI im Arbeitsalltag.
Nein. KI-Systeme entwickeln sich rasant weiter, und damit verändern sich auch die Anforderungen an den kompetenten Umgang mit ihnen. Eine einmalige Schulung kann eine gute Grundlage schaffen, doch nachhaltige KI-Kompetenz entsteht erst durch kontinuierliches Lernen und regelmäßige Anwendung im Arbeitsalltag.

Friedl Wynants
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